ABVD-Schema / Chemotherapie

Nach zahlreichen Anfragen, was mit dem ABVD-Schema, der Therapie, gemeint ist,versuche ich es folgend zu erklären. Detailliertere Angaben findest du im Internet.

Was ist ABVD?

ABVD bedeutet die Abgabe und Reihenfolge der Medikamente (Zytostatika) die während der einzelnen Chemotherapien intravenös in den Port-a-cath verabreicht werden. Die Mengen der einzelnen Medikationen werden über Körpergewicht und Grösse bestimmt.

A -> Adriamycin – Handelsname Adriblastin / Wirkstoff Doxorubicin

B -> Bleomycin

V -> Vinblastin – Handelsname Velbe

D -> Dacarbacin

Was ist ABVD-4?

ABVD 4 Doppelzyklen. Am ersten und fünfzehnten Tag des Zyklus gibt es die Kombi an Medikamenten. Am achten und dreissigsten Tag erfolgt eine Blutuntersuchung, um unter anderem den Wert der weissen Blutzellen – Leukozyten zu bestimmen.

Leukopenie (eine der Nebenwirkungen)

Der Leukozytenwert ist normalerweise zwischen 4 und 10  (1000/Mikroliter). Es ist normal dass dieser Wert nach der Chemo enorm fällt, da die Zytostatika die schnelle Zellteilung stoppen. Also die der bösartigen Krebszellen, aber unter anderem auch die Produktion des Knochenmarks wo die Leukozyten produziert werden.

Bei einem Wert der Leukozyten unter 3 redet man von Leukopenie. Unter Wert 1 ist die Infektionsgefahr auf dem höchsten Niveau. Dagegen werden dann Neupogenspritzen oder gar Transfusionen mit Leukozyten verabreicht, damit dieser Wert wieder auf ein Normales steigt. Neupogen ist ein Wirkstoff der die Produktion von Leukozyten im Knochenmark anregt.

Wie läuft eine Chemotherapie ab?

Am Tage der Chemotherapie klebe ich eine Stunde vor der Injektion, ein spezielles Pflaster (EMLA-Pflaster) auf die Stelle auf meinem Port, damit diese mittels Inhaltsstoffen des Pflasters unempfindlich ist – damit schmerzt dann der Einstich überhaupt nicht. Ist für Warmduscher wie mich ausgezeichnet!

Die Therapie wird ambulant in der Praxis des Onkologen, in einem speziellen Raum der für die Chemotherapien ausgerüstet ist, ausgeführt. Nach dem Setzen der speziellen Portnadel, durch das Fachpersonal, wird der Zugang gespült und anschliessend Blut für die Blutwerte entnommen. Sind diese gut kann mit der Chemotherapie begonnen werden. Vorab gibts Cortison und ein Antiemetikum (gegen Erbrechen und Übelkeit). Reine Prophylaxe, damit auch danach nichts schief gehen kann. Danach werden nach Zwischenspülungen des Ports die einzelnen Medikamente eingetröpfelt.

Übrigens, das Adriblastin sieht aus wie Campari – Feuerrot! Lecker ..

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen dieser Therapie sind sehr vielseitig.

  • Beeinträchtigung der Schleimhäute in Mund, Speiseröhre, Magen und Darm: Infektionen in Mund und Rachen, Übelkeit und Erbrechen etc.
  • Beeinträchtigung des Knochenmarks: Blutbildung stark eingeschränkt, Infektionen, Blutarmut, Leukopenie, starke Müdigkeit, Mattheit
  • Beeinträchtigung der Haarzellen: Haarausfall an verschiedenen Körperteilen, zum Teil am ganzen Körper
  • Beeinträchtigung sämtlicher Organe: Verschiedene Organe können unter dem Einfluss der starken Medikamente ihre Funktion einschränken.
  • Fatigue: Dauernde Müdigkeit. Dies ist ein unberechenbarer Faktor der Nebenwirkungen und bei keinem Betroffenen gleich ausgeprägt. Es wird sogar angestrebt dass Fatigue als autonome Krankheit angesehen wird.

Es besteht die Möglichkeit dass ich einige Nebenwirkungen nicht erwähnt habe.

Ich selber “leide” momentan eigentlich nur an Mattheit, Abgeschlagenheit, sowie Überempfindlichkeit einiger Geruchsemissionen und Appetitlosigkeit. Mein “Wasser” ist momentan sicher auch näher als vorher – vor allem bei bestimmen Filmen.. Die Leistungsfähigkeit eines 85-Jährigen ist da noch überschaubar. Gut die Haare gehen auch aus, aber die kommen ja wieder – sagt man – hoffentlich. Frisur angepasst 😉

Zwischen- und Nachuntersuchungen

Zusätzlich zu den regelmässigen Blutuntersuchungen wird nach Ende des zweiten Zyklus, also nach 4 Chemos,  eine PET-Diagnostik durchgeführt um den Stand des Erfolgs der Therapie zu ermitteln.

Nach vier Doppelzyklen – also acht Chemos – sollte normalerweise die Chemotherapie abgeschlossen sein. Aber einzelne Regionen werden danach noch mittels Radiotherapie – Bestrahlung, bestrahlt, damit wirklich alle bösartigen Zellen vernichtet sind und das Risiko für ein Rezidiv (Rückfall) minimiert werden kann. Danach folgt in der Regel die Nachsorge..

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