Check-up 7 – Tuning Fahrgestell

Jetzt schon zum siebten Mal war die halbjährliche Nachkontrolle beim Onkologen fällig. Alles gut, sofern ich in den nächsten drei Tagen keinen Telefonanruf des Onkologen erhalte.

Momentan kuriere ich den Umbau meines linken Hüftgelenks aus. Vor fast genau drei Wochen fand ich mich im Spital ein, um dem jahrelangen Leiden meiner mittlerweile fortgeschrittenen Hüftarthrose mit einer Hüft-Totalprothese ein Ende zu setzen.

Die Operation verlief – jedenfalls für mich – tadellos. Wie von mir gewünscht, wurde mir zuerst eine Lumbalanästhesie per Spritze in den Rücken, mit darauf folgendem Schlafmittel in meinen immer noch vorhandenen Port*, verabreicht, damit auch jede meiner irdischen Wahrnehmungen ausser Betrieb gesetzt wurden. Mit Klängen aus meinem Handy im Kopf und durch die verabreichten Substanzen auf der gefühlten Reise zum Nirvana, konnte ich die Handwerkskunst der orthopädischen Chirurgie ohne klares Bewusstsein über mich ergehen lassen. Die wohl seltsamste Erfahrung auf diesem Trip war, dass ich nach der Operation vor meinen Beinen das Angesicht der Realität wiedererlangte. Vom Becken an bis in die Zehenspitzen taub, lag ich da wie ein Sack voller Kartoffeln. So fühle sich in etwa eine Querschnittslähmung an, wurde mir mitgeteilt. Sehr beängstigendes Gefühl… Nach ein paar Stunden haben dann auch meine Beine wieder das volle Bewusstsein erlangt, wofür ich ehrlich gesagt sehr dankbar war.

*Der Termin für die Entfernung hat eigentlich wie geplant stattgefunden, nur wurde mir nach stundenlangem Warten in einem Einzelzimmer im Spital eröffnet, dass der Chirurg momentan durch einen “problematischen” Eingriff verhindert sei. Ich entschloss mich kurzerhand die Entfernung dieses Wunderdings aufzuschieben, was mir im Nachhinein gesehen für die Hüftoperation entgegen kam. Das Pflegepersonal der orthopädischen Abteilung weigerte sich aber diesen anzustechen, deshalb musste ich extra eine Mitarbeiterin der ambulanten Onkologie dazu bemühen, was tadellos gelang, denn ich erinnere mich mit Schaudern an den Moment, als sich eine Pflegefachkraft während meiner Chemotherapie in der Notaufnahme eines anderen Spitals, gefühlte Stunden erfolglos an meinem Port zu schaffen machte, um mir auch nur einen Tropfen Blut aus diesem Ding abzuzapfen.

Nun hoffe ich, schon bald wieder grundlegende Dinge wie das Anziehen von Hosen und Socken wieder selbständig ausführen zu können, ohne dabei auf jemanden angewiesen zu sein. Die Mobilität im “Rentnermodus” macht auch nicht wirklich Spass 😀

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